Schmuckbild mit Ausschnitt aus einem Mauerwerk.
KoblenzLahnsteinRhensBraubachKamp-BornhofenBoppardSt. GoarshausenSt. GoarOberweselKaubBacharachLorchRüdesheimBingen
Logo UNESCO
Logo Welterbe

Feindliche Brüder

Die "feindlichen Brüder". Quelle: LAD

Dank der Sage von den feindlichen Brüdern gehören Burg Sterrenberg und Burg Liebenstein auf dem langgestreckten Berggrat über Bornhofen zu den populärsten am Rhein.

 

Die bekannteste Version der Sage erzählt von den beiden Söhnen des Burggrafen von Sterrenberg und Liebenstein, die beim Aufteilen des väterlichen Erbes ihre blinde Schwester hintergingen

 

Beim Abmessen der Goldstücke mit einem Scheffel drehten sie das Gefäß herum, sobald die Schwester an die Reihe kam. Ihrer prüfenden Hand schien der Scheffel bis an den Rand gefüllt, während in Wahrheit nur der Boden bedeckt war. Die Blinde ließ mit ihrem Anteil das Kloster zu Füßen der Burgen errichten.

 

Den Brüdern indes brachte der durch Betrug erlangte Reichtum nur Zwietracht. Sie verfeindeten sich so sehr, dass sie ihre Burgen durch eine Streitmauer voneinander abgrenzten. 

Eines Tages, als das reiche Erbe verschleudert war, versuchten sie, sich wieder zu versöhnen. Zu diesem Anlass verabredeten sie einen Jagdausflug für den frühen Morgen. Wer zuerst erwachte, sollte den anderen durch einen Pfeilschuss gegen den Fensterladen wecken. So geschah es. Als aber der Pfeil gerade abgeschossen war, öffnete sich drüben der Fensterladen, und der Schütze musste entsetzt mit ansehen, wie sein Geschoss dem Bruder mitten ins Herz drang. Der unfreiwillige Brudermörder fand keinen Frieden mehr. Er zog ins Heilige Land und starb dort.