Burgen

- Marksburg im Sonnenuntergang. Quelle: Willi Knopf
Zu den herausragenden Besonderheiten des Welterbes gehören die rund 40 Burgen, Schlösser und Festungen auf nur 65 Kilometern entlang des Rheins zwischen Bingen und Koblenz: Diese Burgendichte ist weltweit einmalig!
Der Grund liegt in der Geschichte: Wegen seiner strategischen Lage und der einträglichen Zölle war das Mittelrheintal schon immer Zankapfel zahlreicher Herren - darunter die Erzbistümer Köln, Mainz und Trier, Pfalzgrafen und Landgrafen, sowie reichsfreie Städte und niederer Adel.
Die Burgen dienten ihnen häufig zur Zollerhebung, sicherten aber auch ein bestimmtes Gebiet gegen kriegerische Nachbarn ab. Dabei wurden sie nicht nur aus strategischen Gründen an besonders auffälligen Orten errichtet, sondern durch hellen Verputz und hohe Türme als weithin sichtbares „Herrschaftszeichen“ ihres Besitzers hervorgehoben.
Nach ihrer Lage unterscheidet man Höhenburgen, Hangburgen, Niederungsburgen und Wasserburgen. Bauten auf langgezogenen Bergrücken benötigten nur an einer schmalen Angriffsseite eine besondere Befestigung. Die leichter zugänglichen Hangburgen verfügten dagegen durchweg über eine Ringmauer, die zum Teil auch Türme aufwies. In der Barockzeit machte die Erfindung weit reichender Kanonen zusätzliche Befestigungsanlagen notwendig. Burgen, die nicht zur Festung ausgebaut worden waren, wurden zumeist im Dreißigjährigen Krieg 1614-48 oder im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört.
Eine weitere Zerstörungswelle kam mit den Eroberungen der französischen Revolutionsarmee ab 1793. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts standen am Rhein fast nur noch Ruinen. Im Gefolge der Rheinromantik, die in dieser Zeit einsetzte, wurden die Burganlagen im Oberen Mittelrheintal jedoch ganz oder teilweise wieder aufgebaut.


