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Burg Stahleck wurde im 12. Jahrhundert im Auftrag des Kölner Erzbischof zum Schutz des Viertäler-Gebietes um Bacharach errichtet. Die Burg gehörte über Jahrhunderte den wichtigsten Familien des Reiches und war durch den Bacharacher Rheinzoll ab dem 13. Jahrhundert zudem ausgesprochen lukrativ. 1135 wird sie als kurfürstliches Kölner Lehen des aus mainfränkischem Geschlecht stammenden Goswin von Stahleck genannt. Sein Nachfahre Hermann wurde Pfalzgraf und damit einer der höchsten Würdenträger des Reichs. Anfang des 13. Jahrhunderts gelangte die Pfalzgrafschaft durch Erbheirat an die Wittelsbacher.
1689 wurde die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen gesprengt. Die Trümmer der Burg zerstörten die gotische Wernerkapelle. Im 19. Jahrhundert wurde die Ruine der Burg teilweise eingeebnet: Übereifrige Untertanen planierten die Trümmer, als der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm und seine Frau das Gelände besichtigen wollten.
Der Prinz hatte die Ruine 1829 seiner Gattin, einer Wittelsbacher Prinzessin, zum Wiederaufbau geschenkt. Doch der blieb aus – offenbar war die Prinzessin vom Anblick der Ruine enttäuscht.
1925 bis 1927 entstand auf den alten Grundmauern die heutige Jugendherberge. Eine unrühmliche Rolle spielte die Anlage im Dritten Reich, als die Nationalsozialisten auf Burg Stahleck ein „Jugendumerziehungslager“ einrichteten, wo zwangsrekrutierte Jugendliche aus Luxemburg auf ihren Einsatz an der Ostfront vorbereitet wurden.
Das planvolle, sachliche Arrangement der Burgteile von Stahleck, mit einer Staffelung von Graben, Schildmauer, Bergfried und Palas, stellt ein vorzügliches Beispiel für den Burgenbau in staufischer Zeit dar. Ungewöhnlich ist die Anlage des Wasserbassins anstelle eines Grabens.
55422 Bacharach
Besichtigung des Burghofs möglich
Eigentümerin:
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz
Jugendherberge
Tel. (06743) 1266
Fax (06743) 2684
Anfahrt:
Von der B 9 in Bacharach links in Richtung Steeg abbiegen, dann Abzweigung nach Neurath und Medenscheid. Nach ca. 2,2 km Parkmöglichkeiten an der Straße, von dort Fußweg bergab zur Burg.
Oder: Parken an der B 9, in der Ortsmitte links von der Pfarrkirche ausgeschilderter Fußweg, an der Wernerkapelle vorbei steil ansteigend (ca. 10-15 Min.).
Von der Bahnstation Bacharach bis zur Ortsmitte ca. 5 Min.
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Holger Klaes
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