Salhof Lahnstein | © Stadt Lahnstein

Salhofplatz Lahnstein

56112 Lahnstein

Der fränkische Königshof Salhof wurde erstmals im Jahre 977 urkundlich erwähnt. Die ältesten Bauteile des heutigen Gebäudes stammen aus den Jahren 1150 bis 1170. Im Jahre 1686 wurde der Salhof durch Johann Freiherr vom und zum Stein barock umgestaltet und erweitert.
Heute dient das 1969 renovierte Gebäude als Empfangssaal und beherbergt Räume der Stadtverwaltung.
In die Stadtmauer eingefügt befindet sich das Tympanon Relief, ein Kalksteinrelief aus dem 12. Jahrhundert. Am Münzbrunnen mit dem Wappen der Stadt Lahnstein sind verschiedene römische Münzen und Lahnsteiner Golddukaten angebracht.

Keimzelle und Lebensnerv

Dies ist ein Platz zum Regieren und Repräsentieren. Im frühen Mittelalter, als die Franken von der Region am Mittelrhein Besitz ergreifen, wählen sie diesen günstig gelegenen Ort nahe der Lahnmündung, um hier einen herrschaftlichen Sitz zu errichten.

Der Salhof bildet das Zentrum der hiesigen fränkischen Grundherrschaft. In dem Gutshof residiert der Verwalter des Landesherren. Er gebietet über das Salland, die umfangreichen Ländereien im Besitz des Königs. Die Feldarbeit leisten seine Knechte und Mägde, Tagelöhner sowie die ihm zu Frondiensten verpflichteten Bauern. Der Salhof umfasst daher auch Ställe und Scheunen, Vorratsgebäude zur Lagerung der Ernte und der Abgaben sowie die Unterkünfte seines Gesindes. Vor dem herrschaftlichen Gebäude wird Gericht gesprochen.

Um das Jahr 900 gelangt der Salhof mit dem zugehörigen Land südlich der Lahnmündung in den Besitz des Erzstiftes Mainz. Die Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten bauen ihre Machtposition an der nordwestlichen Grenze ihres Reiches kontinuierlich aus. Dabei wird auch der Salhof umgebaut und erweitert. Hiervon zeugen die ältesten erhaltenen Gebäudeteile, die aus den Jahren 1150–1170 stammenden romanischen Fensterbögen an der Westseite.
Mit der Verleihung der Stadtrechte durch König Ludwig der Bayer im Jahr 1324 erlangt Oberlahnstein das Recht zum Bau einer Stadtbefestigung. Bereits wenige Jahre später ist die Stadt von einer mächtigen, 1280m langen Mauer mit Zwinger, Vormauer und vorgelagertem Graben umgeben.
Neben der als Eckbastion dienenden Martinsburg sichern 16 Wehrtürme die Anlage. Sechs von ihnen sind Tortürme. Die nordöstliche Ecke der Stadtbefestigung bildet der Hexenturm.

In der unmittelbaren Nachbarschaft des Salhofes wird im Erdgeschoss ein Verlies eingerichtet. Dort werden während der Hexenverfolgung im 16. Jahrhundert verdächtige Frauen gefangen gehalten. Der Salhof, der Hexenturm und das Teilstück der Stadtmauer am Ende des Platzes überdauern die Zerstörungen in den verheerenden Kriegen des 17. Jahrhunderts. Johann Freiherr vom und zum Stein, ein Ahne des berühmten preußischen Diplomaten, erwirbt den ehemaligen Königshof und lässt ihn im zeitgenössischen Stil des Barock umgestalten und erweitern.

Im 19. Jahrhundert zieht die Städtische Markthalle in das beherrschende Gebäude ein. Für die gewachsene Zahl der Touristen und Geschäftsreisenden wird Anfang des 20. Jahrhunderts auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes ein luxuriöses Hotel gebaut, der Kaiserhof.

Heute ist im historischen Salhof die Tourist-Information der Stadt Lahnstein untergebracht, während der große Saal für Empfänge der Verwaltung dient. Der Hexenturm, einer von sechs erhaltenen Wehrtürmen der Stadtbefestigung, beherbergt seit 1965 Teile des Museums der Stadt Lahnstein. Die frühere Wachstube der Turmbesatzung im zweiten Obergeschoss wird für Eheschließungen und sonstige festliche Anlässe genutzt. Am Salhofplatz befindet sich der größte erhaltene Abschnitt der Stadtmauer mit einem rekonstruierten Wehrgang.

In einem Bogen der Stadtmauer ist ein Tympanon eingelassen, ein Kalksteinrelief aus dem 12. Jahrhundert, das ursprünglich als Türbogenfüllung der romanischen St. Martinuskirche angefertigt wurde. Eine weitere Mauernische wird von dem Münzbrunnen mit dem Wappen der Stadt, in Lahnstein geprägten Geldstücken des 14. Jahrhunderts und hier in einem römischen Münzschatz gefundenen Münzen geziert.

Die Stadthalle aus dem Jahr 1973 ist das Veranstaltungszentrum der Stadt. Die untere Ornamentfassade sowie die Wand-, Boden- und Deckengestaltung im Innern des Gebäudes stammen von dem vielfach preisgekrönten Künstler Otto Herbert Hajek. Die Stadthalle steht wegen ihrer herausragenden Ausgestaltung trotz ihres geringen Alters bereits unter Denkmalschutz.

Ein Mahnmal auf dem geschichtsträchtigen Platz erinnert an das schreckliche Schicksal der jüdischen Einwohner von Lahnstein während der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten.


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Salhof Lahnstein | © Stadt Lahnstein
Salhofplatz Lahnstein in den 1920er Jahren | © Stadt Lahnstein
Salhofplatz Lahnstein II | © Stadt Lahnstein

Salhofplatz Lahnstein

56112 Lahnstein
Salhofplatz Lahnstein
56112 Lahnstein


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