Im Weinberg bei Lorch | © ZV WOM

Steillagen-Netzwerk Treffen 04.-06.05.2026

Jede erhaltene Rebe ist ein Statement für unsere Kulturlandschaft

Vom 4. bis 6. Mai 2026 traf sich das Steillagen-Netzwerk im Welterbe Oberes Mittelrheintal, um gemeinsam über die Zukunft der vom Steillagenweinbau geprägten Kulturlandschaften zu diskutieren. Unter dem Titel „Landschaft im Wandel: Werte erhalten – gestalten – verwalten?“ kamen Akteure aus Weinbau, Tourismus, Regionalentwicklung, Naturschutz und Landschaftspflege aus verschiedenen Weinbauregionen zusammen.

 

Der Steillagenweinbau prägt seit Jahrhunderten die Kulturlandschaften entlang von Mosel, Mittelrhein und weiteren Weinregionen in Deutschland und Österreich. Doch die Herausforderungen wachsen: Strukturwandel, wirtschaftlicher Druck und zunehmende Flächenaufgaben stellen insbesondere die Steillagen vor große Herausforderungen. Genau hier setzte die interdisziplinäre Tagung im Hilchenhaus in Lorch an. Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Wert unsere Kulturlandschaften besitzen und wie diese langfristig erhalten und weiterentwickelt werden können.

 

Ein vielfältiges Vortragsprogramm zeigte innovative Ansätze und Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Regionen auf. Besonders eindrucksvoll war der Vortrag von Dr. Raimund Rodewald, ehemaliger Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, zur ästhetischen Gestaltung von Landschaften. Weitere Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit Brachenmanagement, Biodiversität, Beweidungskonzepten in Steillagen oder neuen Perspektiven für Weinbaukulturlandschaften in Deutschland, Luxemburg und Österreich. Abgerundet wurde die Tagung durch eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Was ist die Steillage wert?“ mit Perspektiven aus Kultur, Landschaft, Wirtschaft, Ökologie und Gesellschaft.

 

Neben den Fachvorträgen standen auch Exkursionen auf dem Programm. Bereits zum Auftakt wurden innovative Ansätze wie ein Viti-Forst-Projekt in Lorchhausen sowie Maßnahmen zur Querterrassierung im Steillagenweinbau des Weinguts Laquai in Lorch vorgestellt, die Biodiversität, Landschaftspflege und Weinbau miteinander verbinden.
Ein weiterer Höhepunkt war die Exkursion nach Bacharach mit einer Betriebsbesichtigung im Weingut Dr. Kauer sowie Informationen zur geplanten Bundesgartenschau 2029 und den Entwicklungsperspektiven des Welterbes Oberes Mittelrheintal.

 

Zum Abschluss führte die Exkursion an die Lahn in die LEADER-Region Lahn-Taunus. In den kleinen Weinorten Obernhof und Weinähr wurde eindrucksvoll gezeigt, wie ein umfassendes Flurbereinigungsverfahren dazu beiträgt, Weinbau, Naturschutz, Landschaftsentwicklung, Tourismus und Dorfentwicklung gemeinsam weiterzuentwickeln und so die Kulturlandschaft nachhaltig für die Zukunft aufzustellen.

 

Das Treffen bot zahlreiche wertvolle Impulse, intensive Gespräche und einen starken fachlichen Austausch zwischen den Regionen. Deutlich wurde: Die Zukunft der Steillagen kann nur gemeinsam gestaltet werden – durch Vernetzung, innovative Ideen und das Zusammendenken von Weinbau, Kulturlandschaft und Regionalentwicklung.

Die Vorfreude auf das nächste Treffen ist bereits groß: Im Mai 2027 wird das Steillagen-Netzwerk in Luxemburg zu Gast sein.

 

Und hier findet Ihr den Abschlussbericht und die Präsentationen.

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