Felsenturm | © Daniela Ziermann

Felsenturm

55432 Oberwesel

Der Felsenturm befindet sich zwischen dem Koblenzer Torturm und dem ehemaligen Niederburger Torturm und wurde - wie der Name bereits verrät - auf einem etwa 5 Meter hohen Felssockel errichtet. Der Felsenturm sowie der Abschnitt der Stadtmauer wurden im Zuge der dritten Bauphase nach 1330 errichtet. Die Stadtmauer erreicht eine Höhe von über 16 Meter über der Grabensohle. Der Niederburger Torturm galt einst als der aus Verteidigungssicht wichtigste Turm der Stadt. Dies erkannten auch die Angreifer bzw. Besetzer der Stadt, sodass die Franzosen diesen Torturm im Pfälzer Erbfolgekrieg (1689) sprengten. Der Felsenturm stand an einer für die Verteidigung der Stadt wichtigen Stelle, denn die vom Rhein her kommende Stadtmauer biegt hier nach Süden ab. An keiner Stelle baute man die Stadtmauer so hoch wie am Felsenturm. Der Wehrgang liegt hier fast 16 Meter über dem Stadtgraben. Wie der benachbarte Koblenzer Torturm trug auch der Felsenturm früher ein hohes Satteldach.

Bei der Entstehung  musste er nur vier Stockwerke hoch gemauert werden und nicht fünf, wie fast alle andere Schalentürme der Stadt. Da er auf Fels gebaut ist, brauchte er kein Fundament. Zum Stadtgraben hin wurde der Fels fast senkrecht abgeschrotet. Wegen der Form des Felsens musste der Turm über einem schiefwinkligen Grundriss errichtet werden.

 

Felsenturm
Der Felsenturm befindet sich zwischen dem Koblenzer Torturm und dem ehemaligen Niederburger Torturm und wurde - wie der Name bereits verrät - auf einem etwa 5 Meter hohen Felssockel errichtet. Der Felsenturm sowie der Abschnitt der Stadtmauer wurden im Zuge der dritten Bauphase nach 1330 errichtet. Die Stadtmauer erreicht eine Höhe von über 16 Meter über der Grabensohle. Der Niederburger Torturm galt einst als der aus Verteidigungssicht wichtigste Turm der Stadt. Dies erkannten auch die Angreifer bzw. Besetzer der Stadt, sodass die Franzosen diesen Torturm im Pfälzer Erbfolgekrieg (1689) sprengten. 

Für den Bau des Turmfundaments des Felsenturms musste der anstehende Felsen zunächst abgearbeitet werden. Da dies ein umständliches Unterfangen war, ist der Grundriss des Felsenturms kleiner als der Grundriss der anderen Türme. Der Felsenturm besitzt die Maße 6 x 5 Meter. In der Höhe weist er drei Stockwerke auf. Diese reichen aufgrund der Erhöhung durch seine Lage auf einem Felssockel aus verteidigungstechnischer Sicht aus. 

Im zweiten Geschoss, auf 13 Metern Höhe, weist der Felsenturm rundbogige Ausgänge auf den Wehrgang der Stadtmauer sowie Schießscharten zur Flanken- und Frontrichtung auf. 
Zudem muss erwähnt werden, dass der zur Stadt hin offene Schalenturm nicht ganz rechteckig ist. Er steht vielmehr schräg auf dem Sockel. Dies findet unter anderem auch in dem Richtungswechsel der Stadtmauer, die einen Knick nach Süden macht, Begründung. 
Von der architektonischen Gestaltung handelt sich bei dem Felsenturm um einen weiteren Schalenturm, der stadtseitig offen ist und lediglich über drei massive Mauern verfügt. Dennoch eignet sich der Felsenturm aufgrund der umfassenden Vermeidungstechniken besonders zum Schutz der Stadt. Er weist neben mehreren Schießscharten einen unter dem Dach rundverlaufenden Wehrgang auf. Geschützt war dieser Wehrgang durch ein hohes Dach. 

Heute ist die Stadtmauer vom Felsenturm bis zum ehemaligen Niederburger Torturm begehbar. Allerdings musste der Bauverein dieses Teilstück der Stadtbefestigung vorher sanieren bzw. stabilisieren. Offensichtlich wurde bei der Ersterrichtung dieses Teilstücks sowie an Teilen des Felsenturms an der Verwendung von teurem Kalk gespart. Stattdessen wurde Mörtel, der im Laufe der Jahrhunderte mürbe wurde, eingesetzt. Der weite Ausblick von diesem Teilbereich der Stadtmauer aus verdeutlicht die Auswahl der Lage des Felsenturms. Von hier aus reicht die Sicht rheinabwärts bis zu den Sieben Jungfrauen und rheinaufwärts bis Kaub bzw. bis zur Burg Gutenfels.
Vor der Stadtmauer lässt sich zudem noch der ehemalige Stadtgraben erkennen bzw. erahnen. Dieser verlief einst vom Ochsenturm bis zum Mühlentorturm und schützte somit die nördliche Vorstadt Niederburg zusätzlich vor den lokalen Fehden.

(Anne Gasper, Universität Koblenz-Landau, 2016)

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