LEADER im Welterbe Oberes Mittelrheintal – Zehn Projekte im Mittelrheintal für eine Förderung ausgewählt
„Lila Klassenzimmer“, „Welterbe-Detektive“ oder „Kloster Tours“ – ganz unterschiedliche und vielfältige Vorhaben waren im vorerst letzten Förderaufruf im LEADER-Programm eingereicht worden. „Wir freuen uns über das große Interesse am LEADER-Programm und über die Kreativität der Vorhaben, die uns zur Beratung und Entscheidung vorgestellt worden sind“, sagte Bürgermeister Peter Unkel (VG Hunsrück-Mittelrhein), der den Vorsitz der LEADER-Gruppe (LAG) im Mittelrheintal Inne hat. Durch das europäische LEADER-Programm können sowohl private als auch öffentliche Vorhaben gefördert werden, die im besonderen Maß zur positiven Entwicklung des Mittelrheintals beitragen. Über die Förderung entscheidet dann die sogenannten Lokale Aktionsgruppe, kurz LAG, in der öffentliche Partner sowie Akteure der Zivilgesellschaft und des Wirtschafts- und Sozialbereiches gemeinschaftlich und gleichberechtigt zusammenarbeiten.
Im aktuellen Aufruf hatte sich die Touristikgemeinschaft Welterbe Oberes Mittelrheintal mit dem Vorhaben „Welterbe-Detektive“ beworben, das Familien mit Kindern mittels einer abwechslungsreichen, digitalen „Schnitzeljagd“ in ausgewählten Orten am Rhein auf Entdeckungs-Mission schicken will. Für die Konzeption und Umsetzung des Projektes werden Fördermittel in Höhe von 23.715 € bereitgestellt (75% Förderquote). Ebenfalls für Kinder soll auf dem Ferienhof Hardthöhe mit dem „Lila Klassenzimmer“ ein mobiler Lern- und Erlebnisort entstehen, unter anderem in einem Bauwagen, der mit seinem Bildungsprogramm dem Jahresverlauf des Bauernhofs folgt und auch zur BUGA2029 einen Beitrag zur Umweltpädagogik leisten wird. Dafür stellt die LAG eine Förderung in Höhe 100.000 € zur Verfügung (50% Förderung).
Die Konzeption und Entwicklung einer „Radregion Loreley“, die mit neuen Radrouten die Höhenorte mit den Rhein verknüpft und neue touristische Angebote schafft, konnte die LAG ebenso für eine 75% Förderung überzeugen, die sich auf 165.439,50 € beläuft. Regionsübergreifend ist das Projekt des Mittelrhein-Weins e.V. angelegt, der mit der Kampagne „Mittelrhein EXTREM“ für mehr Sichtbarkeit des Steillagen-Weinbaus sorgen will. Die überregionale Umsetzung erfolgt zusammen mit der LAG Rhein-Ahr und erhält in der Summe 27.300 € Förderung (75%).
Ein besonderes touristisches sowie inklusives Projekt kommt von der Bethesda Stiftung in Boppard. Unter Federführung der dort angesiedelten BEST gGmbH werden beeinträchtigte Mitmenschen zu Gästeführern für die St. Martinskapelle und das Klostergebäude ausgebildet. Die Unterstützung beträgt hier mit einer Förderquote von 75% 21.735 €. In Boppard-Holzfeld konnte der neu gegründete BACKes Verein Holzfeld für die Wiederbelebung und Erhaltung des Backesbrauchtums durch den Neubau eines Backes die LAG von einer Förderung in Höhe von 50% und somit 25.944,46 € überzeugen. In Oberwesel wurden zwei Projekte für eine Förderung ausgewählt: Die Nutzungserweiterung in der Kirche St. Martin durch barrierefreien Ausbau und Neustrukturierung des Innenraums wird mit 46.633,35 € (75%) gefördert. Die Kulturstiftung Hütte erhält 20.222,42 € (50%) für eine wetterfeste Überdachung der Bühne und drei Großschirme.
Mehrere LEADER-Regionen in Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland möchten mit dem Projekt „Offensive Trockenmauer“ die Qualifizierung und Vermittlung der traditionellen Handwerkskunst Trockenmauerbau verbessern und sich so für den Erhalt der Kulturlandschaften einbringen. Für die Durchführung werden 327.100 € bereitgestellt, die sich hälftig auf die LEADER-Regionen Welterbe Oberes Mittelrheintal und Mosel aufteilen.
Über das Förderprogramm „Starkes Land – innovativ – resilient, nachhaltig“ kann für das Hotel Restaurant „Perle am Rhein“ in Bad Salzig ein Konzept für Erhalt und Modernisierung eines Familienbetriebs mit Markenentwicklung zum Boutique-Hotel sowie Konzeption für eine barrierefreie Neupositionierung erstellt werden. Die Förderung mit 40% beläuft sich hier auf 10.514,07 €. Für das Vorhaben „Digitaler Stützpunkt“ der VHS Bingen konnte die LAG keine Fördermittel aus dem eigenen Topf bereitstellen, sondern verwies auf bestehende Programme des Landes.
LAG-Vorsitzender Peter Unkel freute sich über die Vielfalt der ausgewählten Vorhaben und betonte, dass sie wichtige Entwicklungsimpulse und eine erhebliche Wertschöpfung zugunsten des Tals auslösen. Die ausgewählten Vorhaben müssen nun bis 31. Oktober 2026 einen förmlichen Förderantrag stellen, erläuterte LAG-Geschäftsführer Nico Melchior, der durch die Tagesordnung der Sitzung im Rathaus Kestert führte und mit seinem Team den Förderaufruf administriert und die Projektträger in der Vorbereitung der Anträge beraten hatte.
